WB-CCMS

WB-CCMS — Comprehensive Cable Monitoring System

Energiekabel überwachen, bevor der Schaden entsteht

Kupferdiebstahl, Sabotageakte und Alterungsprozesse gefährden Kabeltrassen entlang von Bahnstrecken und in Energieanlagen. Das WB-CCMS überwacht die elektrischen Werte normbasiert und bewertet die vorhandenen Informationen zusätzlich mittels KI. So werden Anomalien entlang der gesamten Trasse in Echtzeit erkannt.

WB-CCMS Systemarchitektur

Techniker vor Ort

Sensorik ohne Kalibrierungsaufwand, klare Alarmierung bei Kommunikationsausfall statt stiller Fehlfunktion, geführte Wartung über den Servicekoffer.

System & Architektur ↓

IT-Verantwortliche

Getrennte Rollen von Rohwert-Sensor und geschützter Auswertung, protokollierter Update-Kanal statt Smartphone-App, dokumentierte Angriffsfläche.

Sicherheitsarchitektur ↓

Entscheider

Wirtschaftliche Alternative zu Zaun und Bewachung, Einordnung in KRITIS-Dachgesetz und NIS2-Pflichten.

Regulatorisches Umfeld ↓


Kabeltrassen sind ungeschützte, kilometerlange Angriffsflächen

Buntmetalldiebstahl, gezielte Sabotage und schlicht Verschleiß betreffen dieselbe Infrastruktur — und sehen für einen unbewachten Streckenabschnitt zunächst gleich aus. Ohne Überwachung entlang der gesamten Trasse bleibt der Unterschied oft erst nach Tagen sichtbar.

34 Mio. €

Gesamtschaden durch Kabel- und Metalldiebstahl im Vorjahreszeitraum

mehr siehe „Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn“

5,5 Mio. €

davon allein durch Buntmetalldiebstahl

mehr siehe „Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn“

Brandanschlag auf Strommasten

Rund 20.000 Haushalte betroffen. Ein Vorfall an sichtbarer, oberirdischer Infrastruktur — bei unterirdisch verlegten Kabeltrassen fehlt diese Sichtbarkeit vollständig.

Fünf 110-kV- und zehn 10-kV-Kabel zerstört

Rund 100.000 betroffene Menschen, vier Tage Ausfall — nach übereinstimmenden Berichten der längste Stromausfall der Berliner Nachkriegszeit.

Erste Einschätzung != Ermittlungsergebnis (Juni 2024)

Am 8. Oktober 2022 wurden zwei redundant ausgelegte Glasfaserkabel bei Herne und Berlin-Karow gezielt und koordiniert durchtrennt. Der Zugverkehr in Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein war rund drei Stunden unterbrochen, die Berlin-Amsterdam-Verbindung ausgesetzt, tausende Reisende gestrandet.

Erste Einschätzung: Wegen der koordinierten Vorgehensweise zunächst als gezielter Anschlag/Sabotage (§ 88 StGB) eingestuft — auch politisch stark diskutiert.

Ermittlungsergebnis (Juni 2024): Die Staatsanwaltschaft Bochum identifizierte zwei unabhängig voneinander handelnde Tatverdächtige. Das gleichzeitige Timing war Zufall — die Täter suchten eigentlich Kupferkabel und erkannten die tatsächlich durchtrennten Glasfaserkabel nicht als solche. Endgültige Einordnung: Diebstahl in Tateinheit mit gefährlichem Eingriff in den Schienenverkehr — kein politisches Motiv.

Angegebene Quellen: ARD, SWR, Tagesschau, Der Spiegel; als Zusammenfassung

Durch Vandalismus sind bei der Deutschen Bahn im vergangenen Jahr Schäden von 34 Millionen Euro entstanden.

19,6 Millionen Euro entfielen dabei auf die Infrastruktur, wie aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine schriftliche Frage aus der AfD-Bundestagsfraktion hervorgeht.
Der Diebstahl von Buntmetall schlug demnach mit 5,5 Millionen Euro zu Buche, die Beseitigung von Graffiti an Bahnanlagen kostete 3,7 Millionen Euro. Zudem wurden gesammelt unter der Kategorie Vandalismus 6,8 Millionen Euro verzeichnet.

Quellen
Handelsblatt: Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn
Rhein-Zeitung: Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn
Aachener Zeitung: Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn
Bietigheimer Zeitung: Vandalismusschäden von über 30 Millionen Euro bei der Bahn


Zaun und Bewachung skalieren nicht. Physischer Objektschutz über hunderte Trassenkilometer ist personal- und kostenintensiv. Kontinuierliche Sensorik entlang der Strecke ist die wirtschaftlich tragfähige Alternative — und wird, wie das Regulatorik-Kapitel unten zeigt, zunehmend auch gesetzlich erwartet.

Ein modularer Systemaufbau — vom Basisschutz bis zur KI-gestützten Mustererkennung

WB-CCMS baut auf bewährten WITT-Komponenten (WB-CM3, WB-CM4) auf und erweitert sie um verteilte Sensorik und optionale Analyseverfahren. Die drei Stufen sind unabhängig einsetzbar und schrittweise nachrüstbar.

BASIS

WB-CM7 NG — geschützte Auswerteeinheit

Der elektrische Kern des Systems: eine geschützt untergebrachte Einheit, die Messwerte auswertet und Alarme auslöst. Sie ist bewusst von der Feldsensorik getrennt, sodass ein kompromittierter Sensor keinen Zugriff auf die Auswertelogik erlaubt.

ERWEITERUNG

WB-CSN — bis zu 256 abgesetzte Sensoren

Verteilte Sensorknoten im Abstand von bis zu 300 Metern entlang der Trasse, auf Siliziumbasis ohne bewegte Teile — wartungs- und kalibrationsfrei. Jeder Sensor liefert ausschließlich Rohmesswerte; die Bewertung bleibt zentral bei der WB-CM7 NG.

  • Bidirektionale Kommunikation über OpenCAN-Bus mit laufender Watchdog-Funktion
  • Alarm bei Kommunikationsausfall — Stille wird nicht als Normalzustand interpretiert
  • Sicherheitsausprägung projektabhängig konfigurierbar

OPTION

WB-CM 7 KI-Modul für komplexe Analysefälle

In früher Forschungsphase gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), Dresden. Trainiert wird stufenweise über Reallabor-Partnerschaften mit Energieanlagen-Betreibern.

Für IT-Verantwortliche: getrennte Rollen, dokumentierte Update-Wege

Ein Kabelüberwachungssystem ist selbst ein Angriffsziel. WB-CCMS ist so aufgebaut, dass ein einzelner kompromittierter Punkt nicht das Gesamtsystem gefährdet.

Rollentrennung statt Alleskönner-Sensor

Die WB-CSN-Sensoren erfassen ausschließlich Rohwerte und treffen keine eigene sicherheitsrelevante Entscheidung. Bewertung, Alarmlogik und Konfiguration liegen ausschließlich in der geschützt untergebrachten
WB-CM7 NG bzw. WB-CM 7 KI.

Sensor (WB-CSN) → Rohwert only → OpenCAN, bidirektional
Auswertung (WB-CM7 NG) → geschützt untergebracht → Alarmlogik, Konfiguration

Sensor aktiv → Status OK
Sensor still → Alarm
(kein Alarm ≠ Normalzustand wird angenommen)

Watchdog statt Vertrauen auf Stille

Die Verbindung zwischen Sensor und Auswerteeinheit wird laufend überwacht. Fällt die Kommunikation aus, löst das System einen Alarm aus, statt den Ausfall als unauffällig zu werten.

Servicekoffer statt Smartphone-App

Konfiguration und Updates laufen über einen dedizierten, vollständig protokollierten Servicekoffer — eine bewusste Entscheidung gegen ein Smartphone als Update-Kanal, mit Blick auf die Update-Verpflichtungen des Cyber Resilience Act (CRA).

Update-Kanal: Servicekoffer → dediziertes Gerät → vollständig geloggt → CRA-orientierte Auslegung

KRITIS-Dachgesetz und NIS2 machen physischen Schutz zur konkreten Pflicht

Seit dem 5. Dezember 2025 gilt das NIS2-Umsetzungsgesetz, seit dem 16. März 2026 das KRITIS-Dachgesetz [Daten vor Veröffentlichung prüfen]. Beide Regelwerke rücken auch die physische Sicherheit von Energie- und Bahnstrominfrastruktur in den Fokus.

GesetzesstelleTitelKurzbeschreibung
KRITIS-DachG § 12Pflicht zur RisikoanalyseBetreiber kritischer Anlagen müssen Risiken für ihre Infrastruktur systematisch bewerten — physische Angriffe auf Kabeltrassen eingeschlossen.
KRITIS-DachG § 13Physischer SchutzObjektschutz, Zugangskontrollen und Überwachung werden explizit als Schutzmaßnahmen benannt.
KRITIS-DachG § 18 / NIS2UmsuCG § 32Kurze MeldefristenMeldepflichten von 24 Stunden bis zu einem Monat nach Vorfall verlangen belastbare, zeitnahe Daten.

Ob und in welchem Umfang eine konkrete Anlage unter das KRITIS-Dachgesetz oder die NIS2-Schwellenwerte fällt, ist einzelfallabhängig und derzeit teils noch an ausstehende Verordnungen gebunden. Wir ordnen das gemeinsam mit Ihnen für Ihre konkrete Anlage ein.


Bahnstromerfahrung seit 1972

WITT Solutions entwickelt WB-CCMS gemeinsam mit Betreibern, Industriepartnern und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), Dresden [Partnernennung vor Veröffentlichung freigeben lassen]. Das System baut auf bestehenden WITT-Produkten auf und wird um neu entwickelte Komponenten ergänzt.

  • 1972: Gründung von WITT Solutions.
  • 1982: Seitdem Lieferant für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV).
  • Heute: Entwicklung von Bahnstrom 4.0 Komponenten und Systemlösungen

Fraunhofer IIS, Dresden

Forschungspartner für das KI-Modul und dessen stufenweises Training.

Energieanlagen-Betreiber

Reallabor-Partnerschaften liefern Trainings- und Validierungsdaten aus dem laufenden Betrieb.

Industriepartner

Gemeinsame Weiterentwicklung von Standardkomponenten und Systemintegration.

Sprechen wir über Ihre Anlage

Diese Seite zeigt den Ansatz — welche Konfiguration, welche Sicherheitsausprägung und welche regulatorische Einordnung zu Ihrer konkreten Trasse passt, klären wir im direkten Gespräch.

WITT Solutions — Bahnstrom 4.0