WITT-TVM Traktionsspannungsrelais

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Das WITT-TVM Traktionsspannungsrelais überwacht analog den Spannungszustand der Fahrspannung in Bahnstromanlagen bis 1.500 V DC und zeigt zuverlässig an, ob eine Anlage spannungsfrei ist, bevor Teile verbunden oder Arbeiten in spannungsführenden Bereichen aufgenommen werden – etwa bei Wartungsarbeiten oder im Notfall. Es arbeitet ohne externe Hilfsspannung, versorgt sich selbst über die Messspannung und wird mit bis zu elf werkseitig kundenspezifisch konfigurierten Schwellwertparametern ausgeliefert – kein Standardprodukt von der Stange. Zwei getrennte, potentialfreie Wechselkontakte melden Über- und Unterschreitung separat; das kompakte Hutschienengehäuse (IP20) lässt sich in jeden Schaltschrank integrieren.

Beschreibung

Spannungrelais für Bahnstromanlagen

Ob bei planmäßigen Wartungsarbeiten an einer Bahnstromanlage oder im Notfall, etwa wenn im Brandfall Einsatzkräfte in die Nähe spannungsführender Anlagenteile müssen: Bevor jemand Teile verbindet oder einen Bereich betritt, in dem Fahrspannung anliegen könnte, muss zweifelsfrei feststehen, ob dieser tatsächlich spannungsfrei ist. Diese Feststellung ist keine Kür, sondern folgt dem in der Elektrotechnik etablierten Sicherheitsprinzip „Spannungsfreiheit feststellen“ – einer der Fünf Sicherheitsregeln für Arbeiten an elektrischen Anlagen – und ist auch in bahnspezifischen Regelwerken für den Notfall fest verankert: Nach dem Abschalten einer Fahrleitung kann trotzdem noch Restspannung anstehen, weshalb Notfallprozesse im Bahnbereich eine gesicherte Feststellung der Spannungsfreiheit verlangen, bevor Personal oder Rettungskräfte tätig werden. Das WITT-TVM Traktionsspannungsrelais übernimmt diese sicherheitskritische Überwachung vollständig autark: Es benötigt keine externe Hilfsspannung, sondern versorgt sich direkt aus der zu überwachenden Messspannung – das spart Verkabelungs- und Installationsaufwand und reduziert mögliche Fehlerquellen. Da wir jedes Gerät werkseitig mit bis zu elf kundenspezifischen Schwellwertparametern konfigurieren, entfällt eine aufwendige Vor-Ort-Inbetriebnahme; Sie erhalten ein exakt auf Ihre betrieblichen Anforderungen abgestimmtes Relais statt eines Standardprodukts. Ihre Anfrage dazu stellen Sie einfach über unseren Online-Konfigurator; die Parametrierung selbst nehmen ausschließlich wir im Werk vor und prüfen anschließend jedes einzelne Gerät zu 100 % – so schließen wir Bedienerfehler bei der Konfiguration aus und stellen die maximale Sicherheit für Leib und Leben sicher, auf die es beim Arbeiten in spannungsführenden Bereichen ankommt.

Nutzen für den Betrieb

  • Zuverlässig bei Wartung und im Notfall: Verlässliche Anzeige der Spannungsfreiheit – dem sicherheitstechnischen Grundprinzip, auf das auch bahnspezifische Notfallprozesse (z. B. Brandfall) aufbauen.
  • Kein zusätzlicher Installationsaufwand: Eigenversorgung aus der Messspannung, keine externe Hilfsspannung nötig.
  • Weniger Inbetriebnahmerisiko: Werkseitige, kundenspezifische Konfiguration von bis zu elf Schwellwertparametern statt Vor-Ort-Programmierung.
  • Bedienerfehler ausgeschlossen: Da die Parameter werkseitig eingestellt werden – nicht durch Personal vor Ort –, entfällt die häufigste Fehlerquelle bei sicherheitskritischer Konfiguration.
  • Geprüfte Sicherheit: Jedes Gerät durchläuft vor Auslieferung eine 100-%-Prüfung – für maximale Sicherheit für Leib und Leben in spannungsführenden Bereichen.
  • Hohe Betriebssicherheit: Ausgelegt für höchste Sicherheitsanforderungen, Durchschlagsfestigkeit bis 2.100 V DC/5 ms.
  • Langlebig: Relaiskontakte für > 1.000.000 Schaltspiele ausgelegt.

Funktion des TVM Traktionsspannungsrelais

Das WITT-TVM ist ein analogtechnisch arbeitender Spannungswächter für höchste Sicherheitsanforderungen und ordnet sich funktional in den sicherheitstechnischen Kontext des Schutzes vor elektrischem Schlag bei ortsfesten Bahnanlagen ein. Es wird direkt an fahrspannungsführende Teile angeschlossen, verfügt über eine hohe Durchschlagsfestigkeit für Traktionsspannungen (750 V/20 ms, 1.000 V/15 ms bzw. 2.100 V/5 ms) und versorgt sich vollständig über die Messspannung – eine externe Hilfsspannung ist nicht erforderlich. Spezifische Signalfilter stellen sicher, dass auch die impulsförmige Fahrspannung einer Gleichstrombahn korrekt erfasst und bewertet wird.

Bei Erreichen der werkseitig konfigurierten Schwellwerte (bis zu 11 Parameter, u. a. Einschaltschwelle UTn > 250 V DC mit 1–6 s Einschaltverzögerung ta sowie Ausschaltschwelle Uoff > 200 V DC mit 0,1–2 s Ausschaltverzögerung tv) schaltet die Messeinheit zwei getrennte, potentialfreie Wechselkontakte (NC/NO) und meldet Über- bzw. Unterschreitung jeweils über einen eigenen Meldekontakt (Meldedauer Son/Soff 2–20 ms). Eine gelbe LED zeigt den Schaltzustand (ON/OFF) an.

Konfiguration & Qualitätssicherung

Der Kunde stellt seine Konfigurationsanfrage über den Online-Konfigurator : Er beschreibt darin seine Anwendung bzw. die gewünschten Schwellwerte. Die eigentliche Parametrierung der bis zu elf Schwellwertparameter nehmen ausschließlich wir werkseitig vor – nicht der Kunde vor Ort. Jedes einzelne Gerät durchläuft vor der Auslieferung eine 100-%-Prüfung. Dieses Vorgehen schließt Bedienerfehler bei der Konfiguration systematisch aus und dient letztlich einem Ziel: maximale Sicherheit für Leib und Leben beim Arbeiten an und in der Nähe spannungsführender Bahnstromanlagen.

 

Weiteres siehe Konfigurator

No Funktion
1 Gerät EIN das Gerät wird aktiviert UON
2 Schwellwert EIN SOLL-Wert erreicht, das System schaltet Nenn-Auslösespannung UTn
2.a Einschaltverzögerung Wert UTn muss N ms anstehen BEVOR eine Meldung erzeugt wird ta
3 Schwellwert AUS SOLL-Wert erreicht, das System schaltet AUS (UAUS) Uoff
3.a Ausschaltverzögerung der Wert UAUS muss n ms unterschritten werden BEVOR die Spannung als AUS gemeldet wird tv
4 Betriebsspannung (Nennspannung, Fahrspannung) UN
4.a Maximal Betriebsspannung (Spitzenwert und Zeit)
5 Standard Durchschlagsfestigkeit des Messkanäls Ud
5.a Abweichend bis..
6 Meldung EIN, steht solange an bis < Uoff erreicht, jedoch min. Son
7 Meldung AUS, wird bei < Uoff ausgelöst, jedoch min. bzw. < UON wird erreicht Soff
Hilfsspannung UH

Technische Daten

Normen

DIN VDE 0132

Technische Basisdaten

Eingangskanäle analog (Messkanäle)

Siehe Konfigurator

Ausgangskanäle

Kontaktbestückung Potentialfreien Wechsler
Anzahl Typisch 2  siehe Konfigurator
Technologie Relais mit 2 getrennte Wechsler (NC/NO)
Schaltspannung max. 250 Vac
Schaltstrom max. 8 A
Schaltleistung max. 2.000 VA / 60 W
Spannungsfestigkeit Spule – Kontakt max. 5.000 VAC
Schaltspiele bei Imax > 1.000.000

Anzeigen

Mögliche Varianten in Abhängigkeit des Funktionsumfangs bzw. Optionen

LED Farbe Beschriftung Beschreibung
1 gelb ON / OFF Geschalten On / OFF

Allgemeine Daten

Nennbetriebsart Dauerbetrieb
Versorgungsspannung aus Messspannung (Fahrleitung)
Leistungsaufnahme geschallten:1000 V max. 7 mA
Feuchte 0 bis 100 %, nicht kondensierend
Temperaturbereich – Betrieb -20 bis 50 °C
Temperaturbereich – Lagerung – 25 … + 60 °C
Gehäuse Schutzart IP 20 Siehe Konfigurator
Gehäuse für Hutschiene 35 mm
Abmessungen in mm:
B 55 x H 78x T112
Netzanschluss und Ein- und Ausgänge: – Schraubklemmen,
– Abisolierlänge 9bis10 mm
Hinweis: Zum Anschließen von potentialfreier Kontakte an
die Aktoreingänge sind Leitungen mit paarweise verdrillten
Adern zu verwenden.
Es sind folgende Leiterquerschnitte zulässig:
– eindrähtig: 0,5 bis 2,5 mm2
– feindrähtig mit Stiftkabelschuh, gasdicht aufgecrimpt: 0,5bis 2,5 mm²
– feindrähtig, mit Aderendhülse: 0,5 bis 1,5 mm2
– feindrähtig, unbehandelt: 1,0 oder 1,5 mm²
Gewicht 250 g

Konfigurator

Ihre individuelle Konfiguration

Konfigurieren Sie Ihr WITT-TVM passgenau für Ihre Anwendung. Auf Basis Ihrer Angaben erstellen wir Ihnen eine technisch abgestimmte, kundenspezifische Lösung – kein Standardprodukt von der Stange.

Lieferumfang

Folgende Punkte sind im Lieferumfang enthalten:

  • Bedienungsanleitung
  • Installationsanleitung
  • Messeinheit
  • Verpackung

Sonstiges

Regulatorischer Hintergrund (Referenz für Wartung & Brandfall)

Die Kernfunktion des WITT-TVM – verlässlich anzeigen, ob Fahrspannung ansteht – knüpft an ein seit Langem etabliertes Sicherheitsprinzip der Elektrotechnik an: die Regel „Spannungsfreiheit feststellen“, eine der Fünf Sicherheitsregeln für Arbeiten an elektrischen Anlagen. Für den Bahnbereich zeigen öffentlich zugängliche Regelwerke, warum diese Feststellung gerade bei Wartung und im Notfall (Brandfall) besonders wichtig ist:

  • Nach dem Abschalten einer Fahrleitung kann weiterhin Restspannung anstehen (laut einem Notfallmanagement-Leitfaden für den Gleisbereich bis zu mehreren Tausend Volt) – eine verlässliche, unabhängige Anzeige der tatsächlichen Spannungsfreiheit ist daher unverzichtbar, bevor Personal tätig wird.
  • Regelwerke zur Brandbekämpfung an elektrischen Anlagen (unter anderem DIN VDE 0132) fordern im Niederspannungsbereich – der auch typische Fahrspannungen bis 1.500 V DC umfasst – Mindestabstände zu spannungsführenden Teilen und vor umfangreicherem Löscheinsatz die Herstellung der Spannungsfreiheit.
  • Ein Fachmerkblatt zur technischen Hilfeleistung bei Straßenbahn-/U-Bahn-Unfällen nennt für Oberleitungen bis 1.500 V DC einen Mindestabstand von 1,50 m und verlangt bei Unterschreitung Freischaltung und Erdung durch Energieversorger/Verkehrsbetrieb bzw. geschultes Personal.