Ungewollte Spannungspotentiale sowie Streuströme entstehen in einem mit Gleichstrom betriebenen Schienenverkehrssystem, da für die Rückführung des Stroms üblicherweise die Fahrschienen genutzt werden. Bei nur schwer vermeidbaren Isolationsproblemen dieser Fahrschienen gegenüber Erde entstehen Potentiale und Streuströme, die Menschen gefährden und Bauwerke beschädigen.

Speziell Streustromkorrosion entsteht, wenn Ströme in elektrisch leitende Teile – wie z.B. metallische Rohre oder Bauwerkarmierungen – ein und austreten. Diese Situation ist in folgendem Prinzip – Bild dargestellt:

Zum Überwachen der Potentiale und der Streuströme bei einer Gleichstrombahn werden im Streckennetz an bestimmten ausgewählten Stellen Messpunkte eingerichtet.

Diese nehmen folgende Messdaten auf:

Offene Strecke:

  • Potential Bahnerde – Wassererde

Tunnelstrecke:

  • Potential Bahnerde – Tunnelerde
  • Potential Tunnelerde – Wassererde
  • Potential Bahnerde – Wassererde

Die gemessenen Werte können auf einen neutralen Nullwert (EVU Erde) bezogen werden.

Die einzelnen Messstationen können als Stand-Alone Geräte (etwa das EPM der Firma Witt IndustrieElektronik ) oder auch in Kombination mit einem Erdungskurzschließer (z.B. EKS 100) ausgeführt werden. Eine prinzipielle Konstellation ist im folgenden Bild dargestellt:

Die Messstationen sammeln die Daten und senden sie an eine zentrale Auswertestation. Die Datenübertragung erfolgt automatisiert und parametrisiert gemäß TCP/IP-Protokoll über eine Modemverbindung oder anderen Kommunikationsverfahren. Die Kommunikation zwischen Messstation und zentraler Auswerteinheit erfolgt mit dem Setzen von Parametern bidirektional.

Die Darstellung des Zustandes des Schienennetzes kann z.B. in einer Übersichtskarte erfolgen:

So wird zeitnah und übersichtlich der Status des gesamten Netzes in Bezug auf Potentiale und Streuströme dargestellt. So kann im Bedarfsfall zielgerichtet eingegriffen werden.

Diese Informationen stehen in unserer technischen Beschreibung zur Verfügung: